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BMZ - Biomassezentrum Wüstenrot

biomasse

 

IHK Magazin November 2015

Eröffnung von Holzhof und Heizkraftwerk

Die UBP-Group aus Walldorf hat einen neuen, 10.000 Quadratmeter großen Holzhof in Wüstenrot eröffnet. 1,5 Millionen Euro investierten Franz Bruckner, Chef des Unternehmens, und sein Partner Armin Hambrecht, Geschäftsführer der SolarArt Kraftwerk 1 GmbH&Co.KG aus Lauda-Königshofen, in das Biomassezentrum. Als Stammkunden für die Lieferung von Holzhackschnitzeln konnten bereits ein großes Heizwerk in Wiesloch und zwei kleinere Werke gewonnen werden. Auch Privatkunden können ihren Bedarf an Holzbrennstoffen in dem Biomassezentrum decken. Neu eingeweiht wurde zudem das Holzheizwerk mit Wärmenetz in Wüstenrot-Weihenbronn. Das Heizwerk versorgt ab sofort alle umliegenden kommunalen Liegenschaften wie Rathauss, Bauhof, Deutschees Rotes Kreuz und Feuerwehr sowie vier private Ein- und Mehrfamilienhäuser mit Wärme.

 

Bilder von der Eröffnung des Biomassezentrums

Herr Bruckner referiert                           Bio Energie Shop                                  Brennstoff für Heizwerke

Expertengespräche                               Büro und Sanitärcontainer                   UBP Kuchen

Scheitholzlieferung                                Halle mit Hackschnitzel

 

 

Geschafft, das Biomassezentrum ist fertiggestellt

Das Biomassezentrum Wüstenrot ist fertiggestellt. Am  4.7.2015 ab 10.00 Uhr findet ein Tag der offenen Tür der Holzenergie Wüstenrot GmbH & Co KG statt. Die Anleger der SolarArt Kraftwerk 1 GmbH&Co.KG sowie die Südwestbank AG haben dieses Projekt ermöglicht. Der Betrieb hat bereits begonnen. Angeliefert werden in der Anlage Gras, Baum- und Strauchschnitt bis hin zu Holzhackschnitzeln. Dieses nasse Material wird zerkleinert, getrocknet und gesiebt, so dass Holzbrennstoffe entstehen − Hackschnitzel und Feinmaterial, so wie es Heiz(kraft)werke benötigen. 

 

Spatenstich am Biomassezentrum

 

Spatenstich am 20.11.2014 am Biomassezentrum Wüstenrot

 

Biomasse was ist das?

Unter dem Begriff Biomasse werden nach der Verordnung über die Erzeugung von Strom aus Biomasse (Biomasseverordnung – BiomasseV vom 21.06.2001 (BGBl. I S. 1234)) sämtliche Stoffe organischer Herkunft (d. h. kohlenstoffhaltige Materie) verstanden. Biomasse beinhaltet damit:

  • Die lebende oder abgestorbene (aber noch nicht fossile) Pflanzenmasse (z. B. Holz oder Stroh), daraus hergestellte Energieträger und deren sämtliche Bestandteile und Zwischenprodukte.
  • Abfälle und Nebenprodukte pflanzlicher und tierischer Herkunft aus der Land-, Forst- und Fischwirtschaft (z. B. tierische Exkremente wie Dung).
  • Alle weiteren organischen Stoffe, die durch eine technische Umwandlung entstanden sind oder bei der stofflichen oder Nahrungsmittelnutzunganfallen (z. B. Pflanzenöl, Alkohol, Papier, Schlachthofabfälle).
  • Aus Biomasse durch Vergasung oder Pyrolyse erzeugtes Gas und daraus resultierende Folge- und Nebenprodukte.


Darstellung eines Biomassezentrums
 

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- Beispiel Biomassezentrum -

 

Ein Biomassezentrum verarbeitet Biomasse zu einem umweltfreundlich und erneuerbaren Brennstoff für Heizungen und Heizkraftwerke. Hier eine beispielhafte Darstellung eine solchen Biomassezentrums. Mit der hier angebotenen Geldanlage ermöglicht die SolarArt Kraftwerk1 GmbH & Co. KG Anlegern die Teilhabe am Biomassezentrum in Wüstenrot.

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- Anlagekreislauf Biomassezentrum -

Das Projekt BMZ Wüstenrot

Seit einigen Jahren ist die Ablagerung von biologisch abbaubaren Abfällen (Materialien > 5 % org. Kohlenstoff) wie Grünschnitt auf Deponien ohne vorhergehende Stabilisierung (d. h. Mineralisierung und Reduktion der Organik) nicht mehr erlaubt. Daher ist es notwendig, Alternativen zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit zu finden. Der Energieinhalt der biologischen Wertstoffe kann durch Aufbereitung zur Erzeugung von Nutzwärme und elektrischem Strom verwendet werden. Eine zukunftsweisende Option ist dafür die Errichtung von Biomassezentren. Dort werden biologische Wertstoffe angenommen, aufbereitet und behandelt. Ziel ist die Herstellung und der Handel von zu vermarktenden Biobrennstoffen.


Die Anlage besteht im Wesentlichen aus befestigten Lagerflächen und einem überdachten Lagerbereich für die Premiumwaren. Als Nebenanlagen sind Arbeitscontainer, eine Waage, ein LKW (Hakenlifter), ein Teleskoplader und ein Blascontainer zur Auslieferung von Premium-Hackschnitzeln vorgesehen und werden nach und nach angeschafft. Das Kerngeschäft ist die Aufbereitung von Biomasse zu verwertbaren und verkaufsfähigen Hackschnitzeln und Biobrennstoffen. Diese können zum einen direkt vermarktet werden, zum anderen ist der Einsatz als Brennstoff in dezentralen, im Umfeld des Biomassenzentrums zu errichtenden, Biomasseheiz(kraft)werken vorgesehen. Biomasseheiz(kraft)werke werden zur Zeit fast ausschließlich mit Holzpellets (kleinere Anlagen bis maximal 1 MW), Holzhackschnitzeln (Anlagen bis 5 MW) und Sägerestholz, Grünschnitt, Waldrestholz, Altholz und Mischungen daraus (1 MW bis 60 MW) befeuert. Mit Ausnahme der reinen Pelletanlagen, kämpfen die Anlagenbetreiber mit Schwankungen der Feuchte- und Aschegehalte und der Geometrie der eingesetzten Brennstoffe. Neben häufigen Ausfällen der Anlagen führt dies auch zu erhöhtem Verschleiß der Brennstoffzuführung, des Feuerraums, usw. Der Brennstoff aus dem Biomassezentrum wird dagegen in gleichbleibender Qualität hergestellt werden. Außerdem können Mischungen, individuell abgestimmt auf die Anlage des Kunden, angefertigt werden. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist ein großer Vorteil in diesem Markt. Dadurch, dass das Produkt auf die Bedürfnisse des Endkunden abgestimmt werden kann, hat dieser den Vorteil immer gleichbleibender Mischungen, in Hinsicht auf Feuchte, Heizwerte und Aschegehalte zu erhalten. Zudem werden die Fremdstoffe minimiert. So kann er sicher sein, dass seine Anlage immer optimal verbrennt und es nicht zu Aus- oder Störfällen kommt und Verschleiß und Eigenstromverbrauch minimiert werden. Die Hackschnitzel werden im Biomassezentrum oder extern gelagert und just in time zur jeweiligen Feuerungsanlage geliefert.

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- Ablauf Nutzung von Biomasse -
 

Standort des Biomassezentrums

Am Standort in Wüstenrot ist ein Biomassezentrum geplant, das in der 1. Ausbauphase ca. 18.300 Mg Biomasse pro Jahr annimmt. Die angelieferten Biomassen werden durch Zerkleinerung, Siebung und Mischung zu Biobrennstoffen aufbereitet. Eine eigene Trocknungsanlage ist zu Beginn nicht vorgesehen. Die für die Mischungen benötigten, getrockneten Materialien werden zunächst zugekauft (z. B. von der ENERGIE EIBENSTOCK).


Die Annahme der angelieferten Biomassen erfolgt von Montag bis Freitag. Für die Aufbereitung des Materials ist ein Einschichtbetrieb an sechs Tagen pro Woche vorgesehen. Der angelieferte Grünschnitt wird, falls nicht bereits in passender Form vorliegend, zunächst zerkleinert und abgesiebt. Hierfür werden mobile Geräte nach Bedarf angemietet. Das Sägerestholz wird zerkleinert und separat gelagert. Optional können auch frische Waldhackschnitzel verarbeitet werden.


Diese werden bereits in der passenden Spangröße (mind. 90 % kleiner 50 mm) angeliefert und getrennt gelagert. Aus den somit vorliegenden Materialien können anschließend individuell an die Kundewünsche angepasste Brennstoffmischungen zusammengestellt und ausgeliefert werden.


Das Grundstück zur Errichtung des Biomassezentrums liegt im nordwestlichen Teil des Gewerbegebiets „Weihenbronn“ auf der Gemarkung Weihenbronn in Wüstenrot im Landkreis Heilbronn. Es umfasst eine Größe von 9.735 qm. (siehe Anlage 2) Die Autobahn A6 liegt ca. 10 km und die Autobahn A 81 ca. 12 km entfernt. In ca. 20 km Entfernung befindet sich der Hafen von Heilbronn. Für das Grundstück liegen bereits eine Genehmigung nach 4. BIm- SchV- sowie eine Baugenehmigung vor. Das angelieferte Material und die Endprodukte werden in einer Holzhalle und auf abgedeckten Freiflächen gelagert. Im nordwestlichen Teil des Werksgeländes werden eine Waage und einige Container (Büro, Sanitär, Werkstatt, etc.) errichtet.

Biomassezentrum Wüstenrot
- Übersichtsplan BMZ Wüstenrot -

Die dargestellten Prozesse sind als erste Ausbaustufe des Projekts zu verstehen. Es ist geplant die Kapazität in den nächsten Jahren sukzessive zu erweitern. Auch die spätere Aufstellung einer eigenen Trocknungsanlage inkl. Feuerungsanlage ist, gemäß der vorliegenden immissionsschutzrechtlichen Genehmigung (nach 4. BImSchGV), realisierbar. Die Aufstellung externer Trockenkammern (bspw. für die zahlreichen Sägewerke der Region) ist dann ebenfalls möglich. Für einen erweiterten Stoffstrom ist die feste Installation von Zerkleinerungs- und Siebanlagen angedacht, sowie das Errichten von Anlagen zur Stromgewinnung wie z. B. einem Holzvergaser. Für den erhöhten Platzbedarf einer Erweiterung stehen angrenzende Grundstücke der Gemeinde Wüstenrot zur Verfügung.


2013 wurde die ProKlima GmbH & Co. UBP KG mit der Planung von Wärmenetzen um das Rathaus in Wüstenrot beauftragt. Dabei sollen im Rahmen eines Forschungsprojektes ein Wärmenetz für private Anschlussnehmer und eine kommunale Anlage mit zusammen einer Leistung von ca. 300 kW entstehen. Dazu sind weitere Projekte in Wüstenrot geplant (Neuhütten, Ortszentrum Wüstenrot, …).

 

In der Umgebung von Wüstenrot gibt es zudem schon einige Bioenergiedörfer mit Biomasseheizwerken und einige werden noch dazukommen. Nördlich des Landkreises Heilbronn haben sich die Landkreise Hohenlohe, Neckar-Odenwald und Odenwald-Tauber zur Bioenergieregion HOT zusammengeschlossen, die mittlerweile auch mit der Metropolregion Rhein-Neckar kooperiert. Es ist weiterhin davon auszugehen, dass die bestehenden Wärmenetze ausgebaut werden und sich auch dadurch der Brennstoffbedarf erhöhen wird.
 

Weiterführende Informationen zur Geldanlage in ein Biomassezentrum:

- Exposee Biomassezentrum Wüstenrot

- Video - Bioenergieregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber