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Wichtigster Grund ist laut Bafu Unkenntnis. "Die Investoren kennen ihreKohlenstoffrisiken kaum", heißt es in dem Bericht, "weil die mit den Investitionen verbundenen Emissionen nicht systematisch erhoben werden." Genau dies soll sich durch die Studie ändern. 

Für seine erstmalige Risikoabschätzung hat das Bafu die 100 größten Schweizer Aktienfonds betrachtet, außerdem die Aktienfonds der sogenannten systemrelevanten Banken und die Aktienportfolios ausgewählter Pensionskassen. Wie das Umweltamt einräumt, handelt es sich dabei nur um einen Teil der in der Schweiz getätigten Finanzinvestitionen. Die Versicherungswirtschaft etwa wurde nur am Rande erfasst. Ziel der Studie sei aber nur der Einstieg in den Bereich, nicht eine Komplettüberprüfung.

Die ausgewählten Fonds hat das Bafu auf ihre Treibhausgasintensität hin geprüft. Zudem wurde ermittelt, in welchem Maß wichtige Finanzmarktindizes fossile Energien enthalten. Ergebnis: Derzeit finanziert der Schweizer Aktienfondsmarkt Emissionen von mehr als 52 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent im Ausland. Dies entspricht laut Bafu in etwa dem Schweizer Austoß im Jahr 2013. Rund die Hälfte dieser Emissionen wird, wenig überraschend, durch fossile Energiekonzerne und durch Industrieunternehmen verursacht.

"Wenn diese CO2-Emissionen künftig mehr kosten, ergibt sich daraus ein potenzielles Risiko", schreibt das Umweltamt. Je nach CO2-Preisszenario ergäben sich Kosten für den Schweizer Aktienfondsmarkt zwischen umgerechnet 920 Millionen und 6,2 Milliarden Euro. "Müssten die Pensionskassen ihre CO2-Kosten tragen, entspräche dies im höchsten Preisszenario rund einem Fünftel der aktuell pro Jahr ausbezahlten Altersrenten."

Investoren sollten, empfiehlt das Bafu, ihre Klimarisiken künftig "systematisch messen" und ihre Kapitalanlagen "Stresstests" unterziehen. 

Einfacher wäre es gleich in CO2 neutrale Sachanlagen zu investieren. Ohne Stress und ohne schlechtes Gewissen.