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Die Flut geht, der Klimawechsel bleibt

Nach der Flut ist vor der Flut. Seit 1980 hat sich die Zahl atmosphärisch bedingter Ereignisse, also Stürme und Überschwemmungen, pro Jahr hierzulande mehr als verdoppelt. Das, was früher eine Jahrhundertflut war, ist heute eine Flut, die alle Jahrzehnte wieder kommt. Doch wieviel Flut erträgt der Mensch?

Dass sich die Atmosphäre als Folge der zivilisatorischen Treibhausgase erwärmt, steht mittlerweile außer Zweifel. Klar ist auch, dass dadurch die Meeresspiegel steigen, die Gletscher schmelzen und extreme Wetterereignisse zunehmen. Es gibt einen physikalischen Zusammenhang zwischen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlagsmenge: Weil warme Luft mehr Wasser aufnimmt als kalte, führt die globale Erwärmung zu vermehrten Niederschlägen. Tatsächlich hat die Luftfeuchtigkeit über den Ozeanen seit den 1970er Jahren um vier Prozent zugenommen. Das korreliert genau mit der in diesem Zeitraum beobachteten Zunahme der Niederschläge in Nordamerika, Eurasien und Australien.

Auch bei uns in Deutschland führen diese Ereignisse zu größeren Schäden. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Hochwasser in Deutschland 2002 lag bei 10,5 Milliarden Euro, der von 2013 wird auf über 12 Milliarden Euro geschätzt. Zählt man das Oderhochwasser aus 1997 hinzu ergeben sich Kosten von 1,7 Milliarden Euro je Jahr. Das Forschungsinstitut Fraunhofer ISI ist bei seiner Bewertung der Kosten des bundesdeutschen Integrierten Energie- und Klimaprogramms beispielsweise zu dem Schluss gekommen, dass mit jährlichen Investitionen von 31 Milliarden Euro in den Klimaschutz, 36 Milliarden Euro an Energieeinsparungen ausgelöst würden und sich damit ein Nettoerlös von 5 Milliarden Euro je Jahr ergäbe. Wenn man es denn tut.

 

Die Frohe Botschaft, wir können es uns leisten. Allein die Einsparungen finanzieren die Schäden, aber wollen wir den Menschen das Leid zumuten?

Heute sind wir noch in der Position etwas tun zu können. In unserem persönlichen Leben versuchen wir jedes noch so kleine Risiko zu vermeiden. Wollen wir über die Straße gehen und die Chance besteht, dass wir zu 50 Prozent von einem Auto erwischt werden, dann gehen wir nicht über die Straße. Aber mit Sicht auf die Umwelt wollen die Menschen 100-prozentige Sicherheit. Diese Sicherheit wird es nie geben. Die Frage ist doch: Wollen wir herausfinden, ob die Modelle am Ende des Tages richtig waren oder nicht? Warum nicht einfach dennoch die Umwelt und Ressourcen für die nächsten Generationen schützen? Selbst wenn wir dann in 100 Jahren feststellen, die saubere Luft wäre gar nicht nötig und auch das Öl wird nicht mehr gebraucht und die Menschen müssten weniger leiden, was wäre daran so schlimm?